Digitaler Euro für Händler & Unternehmen: Annahmepflicht und Kosten
Als gesetzliches Zahlungsmittel könnte der digitale Euro für viele Händler zur Annahmepflicht werden. Für Kleinstunternehmen sind Ausnahmen in Diskussion, die Kosten sollen reguliert und gering ausfallen.
Für Händler und Unternehmen ist der digitale Euro vor allem in zwei Punkten relevant: einer möglichen Annahmepflicht und den Kosten. Weil der digitale Euro als gesetzliches Zahlungsmittel geplant ist, könnten viele Händler verpflichtet werden, ihn anzunehmen – mit Ausnahmen, die derzeit diskutiert werden.
Annahmepflicht für Händler: Was ist geplant?
Als gesetzliches Zahlungsmittel soll der digitale Euro grundsätzlich überall dort akzeptiert werden, wo elektronische Zahlungen bereits möglich sind. Die EU-Verordnungsentwürfe sehen jedoch Ausnahmen vor. In der Diskussion sind unter anderem Ausnahmen für Kleinstunternehmen, die keine vergleichbaren elektronischen Zahlungen anbieten, sowie für rein private Geschäfte. Die genaue Ausgestaltung hängt vom laufenden Gesetzgebungsverfahren ab.
Welche Kosten kommen auf Unternehmen zu?
Die Kosten für Händler sollen reguliert und gering ausfallen. Nach den bisherigen Plänen sollen Händlergebühren begrenzt werden, damit der digitale Euro nicht teurer ist als vergleichbare private Zahlverfahren. Grundlegende Dienste für Verbraucher sollen kostenlos sein; die Kosten der Abwicklung sollen fair zwischen den Beteiligten verteilt werden. Konkrete Gebührenhöhen stehen noch nicht endgültig fest.
Vorteile für den Handel
- Eine europaweit einheitliche, öffentliche Bezahlform kann die Abhängigkeit von einzelnen privaten Anbietern verringern.
- Sofortige Gutschrift des Betrags ist nach den Konzepten möglich, was den Zahlungsverkehr vereinfachen kann.
- Eine geplante Offline-Funktion könnte Zahlungen auch bei Verbindungsproblemen ermöglichen.
- Als europäisches Verfahren könnte der digitale Euro grenzüberschreitende Zahlungen im Euroraum vereinheitlichen.
Integration in Kasse und Terminal
Für die Praxis ist entscheidend, wie sich der digitale Euro in bestehende Kassensysteme und Bezahlterminals einfügt. Die Idee ist, dass gängige Verfahren wie QR-Codes, NFC-Kontaktlos-Zahlungen oder eine Karte genutzt werden können, sodass der Aufwand für Händler überschaubar bleibt. Da die Abwicklung über den vertrauten Zahlungsdienstleister laufen soll, dürfte sich der digitale Euro nach den bisherigen Konzepten in die bestehende Infrastruktur einbinden lassen, statt komplett neue Technik zu erfordern. Die technischen Standards werden im Rahmen der Vorbereitungsphase erarbeitet.
Was Unternehmen jetzt tun können
Da der digitale Euro noch nicht eingeführt ist, besteht kein Handlungsdruck. Sinnvoll ist es, die Entwicklung zu verfolgen und mit dem eigenen Zahlungsdienstleister im Gespräch zu bleiben, wie eine spätere Integration in Kasse und Terminal aussehen könnte. Wer frühzeitig kalkuliert, kann die möglichen Auswirkungen auf die eigene Kostenstruktur besser einschätzen.
Um die möglichen Kosten für dein Unternehmen einzuschätzen, kannst du den Händlerkosten-Rechner auf dieser Seite nutzen. Damit lässt sich überschlagen, wie sich Gebühren je nach Umsatz und Transaktionszahl auswirken könnten. Der Betroffenheits-Check hilft zusätzlich, die Relevanz für dein Geschäftsmodell einzuordnen.
Häufige Fragen von Unternehmen
Viele Händler fragen sich, ob der digitale Euro teurer wird als ihre bisherigen Kartenzahlungen. Nach den bisherigen Plänen soll das nicht der Fall sein, da die Gebühren reguliert und gedeckelt werden sollen. Eine weitere häufige Frage betrifft die Auszahlung: Eingehende digitale Euro sollen sich unkompliziert dem Bankkonto gutschreiben lassen, sodass die Liquidität nicht gebunden wird. Verbindliche Antworten liefert allerdings erst die finale Verordnung.
Fazit
Eine Annahmepflicht ist als Folge des Status als gesetzliches Zahlungsmittel wahrscheinlich, allerdings mit Ausnahmen für Kleinstunternehmen in Diskussion. Die Kosten sollen reguliert und gering bleiben. Endgültige Regeln liefert erst das Gesetzgebungsverfahren.
Von Redaktion Digitaler Euro